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Kaufhaus Hertzog | Berlin-Mitte

Gestern & Heute

Rudolph Hertzog eröffnete 1839 in der Breiten Straße ein kleines Einzelhandelsgeschäft für textile Stoffe. 100 Jahre später war sein Kaufhaus in 3. Generation das umsatzstärkste seiner Art.

Das ehemalige Kaufhaus Hertzog ist ein Ort, der auf einzigartige Weise die Geschichte Berlins abbildet. Das Baudenkmal an der Brüderstraße ist das letzte Zeitzeugnis einer über hundert Jahre währenden Kaufhausdynastie, das vor allem für seinen luxuriösen Charakter berühmt war. Außen herrschaftlich und repräsentativ bot das Interieur die notwendige Großzügigkeit und Flexibilität, die Räume den sich ständig wandelnden Ansprüchen anzupassen.

Ein Stück vergessenes Berlin. Hier am Petriplatz, an dem das Kaufhaus Hertzog bis zum 2. Weltkrieg das Stadtbild prägte, liegt der älteste urkundlich erwähnte Ursprung Berlins: Der Kern Cöllns, Teil der mittelalterlichen Doppelstadt, erstmals erwähnt im Jahre 1237.

Mit der Ära Hertzog endet auch das urbane Leben in diesem Viertel. Nach dem zweiten Weltkrieg löst sich das Geschäftszentrum auf. Die Petrikirche, deren Ursprung bis zu den Anfängen zurückreicht, wird abgerissen, der Petriplatz weicht einer Verbreiterung der Straße und wird Parkplatz. Die historische Wiege Berlins verschwindet einfach, weicht Infrastrukturplänen und politischen Prämissen. Erst in den letzten Jahren wird sich wieder auf die Wurzeln der Stadt besonnen. Abrissarbeiten fördern alte Mauern einer früheren Lateinschule, Überreste des Cöllner Rathauses und Grundmauern der Petrikirche zutage. Mit der Sichtbarwerdung der Stadtgeschichte reift auch das Bewusstsein für die Bedeutung des Ortes.

Dank der ungewöhnlich großflächigen Verglasung sind die loftartigen Räume wunderbar lichtdurchflutet. Die ureigentliche Funktion des Gebäudes war die der Repräsentation. Der Einkauf wurde als Erlebnis gestaltet, die Kunden hofiert. Dieser Geist lebt heute weiter. Hertzog steht für Wertigkeit. Der repräsentative Eingangsbereich, die respektvoll sanierten Treppenhäuser oder historische Elemente wie die großzügigen Rundbogenfenster vermitteln das Gefühl von Erhabenheit und Wertschätzung. Die 6-geschossige Kaufhausikone im Gründerzeitstil hat einen exponierten Platz in der Neuordnung der Spreeinsel zwischen Petriplatz und dem neuen Stadtschloss eingenommen.

Revitalisierung mit HENSOTHERM® 421 KS
Um die Räume des Gebäudes langfristig und nachhaltig nutzen zu können, mussten die Stahlkonstruktionen nach den Vorgaben der Baubehörde mit einem Brandschutzsystem, Brandschutzplatten oder Brandschutzbeschichtung, in eine Schutzdauer von 90 Minuten (F/R 90) überführt werden. Für den Erhalt des historischen Charakters und dessen Stilmix aus Stahlkonstruktionen, Backstein und Glas, wurde sich zur Ertüchtigung des Stahls für das wasserbasierende Stahlbrandschutzsystem HENSOTHERM® 421 KS entschieden. Im ersten Schritt mussten die Guss- und Stahlstützen, sowie die Stahlträger mittels Strahlen im Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2,5 von den Altanstrichen befreit und anschließend mit dem Korrosionsschutz HENSOGRUND 1966 E versehen werden. Um eine bestmögliche Oberflächenqualität an den Kapitellen, Gussstützen und Trägern mit Stahlnieten zu gewährleisten, erfolgte dann die Beschichtung des Dämmschichtbildners HENSOTHERM® 421 KS im Airless-Spritzverfahren. Abschließend wurde zum Schutz der Brandschutzbeschichtung vor Feuchtigkeit und der Belastung durch Umwelteinflüsse und Reinigung der auf Wasser basierende Überzugslack HENSOTOP 84 AQ in den gewünschten Farbtönen aufgebracht.

>> Zum Stahlbrandschutzsystem HENSOTHERM® 421 KS

Kontakt
Rudolf Hensel GmbH
Till Waterstradt
Tel. +49 40 721062-11
E-Mail senden

Architekturbüro: Fuchshuber Architekten
Bauherr: ID&A Immobilien GmbH
Fotos: Kai Abresch

Das großangelegte Planwerk Innenstadt der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht in der Neugestaltung der Fischerinsel die Rückgewinnung dieses Stadtursprungs vor. Neue Wohn- und Bürogebäude sollen dem Petriplatz wieder ein „Gesicht“ geben. Gewünscht ist eine bunte Mischung aus Cafés, Ladengeschäften, Büros und Wohnen sowie ein Platz mit Aufenthaltsqualität. Neu entstehen soll ein archäologisches Besucherzentrum und ein ambitioniertes Kirchenprojekt, die den Platz einrahmen. Wie ein Fels in der Brandung wird Hertzog im neuen Quartier eine Schlüsselfunktion in der Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft einnehmen.

Denkmal trifft Destination
Ein vergessenes Herzstück der Berliner Kaufhaus-Tradition aus dem Jahr 1908/09 erwacht zu neuem Leben. Auf einem Grundstück von ca. 2.200 qm wird das ehemalige Kaufhaus Hertzog in Berlins historischer Mitte vollumfänglich saniert. Es entsteht ein Gebäudekomplex aus einem denkmal-geschützten Bestandsgebäude mit einer Gewerbefläche von ca. 7.353 qm und einem Neubau mit einer Wohnfläche von ca. 1.100 qm. Der Baustart erfolgte im Frühjahr 2015.

Aufgrund der großen Spannbreiten des gründerzeittypischen Stahlstützensystems ergeben sich freie, offene Flächen mit bis zu 1.200 Quadratmetern je Etage. Die durchgängigen Stockwerke eröffnen Freiräume für unterschiedlichste Nutzungen.

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